Die Projektidee
In Berlin existieren vielfältige Jugendkulturen. Diese werden in der Gesellschaft oft nicht als Chance gesehen und somit auch nicht genutzt, um Kreativität, Vielfalt und Toleranz zu fördern. Das ist besonders dann gefährlich, wenn einzelne Jugendkulturen (z. B. gekennzeichnet durch ethnischen Hintergrund oder rechtsextreme Einstellungen) Intoleranz gegenüber anderen Gruppen entwickeln. Jugendliche, die beruflich und sozial keine Perspektiven für sich sehen und denen die positiven Vorbilder fehlen, gleiten leicht in Gewalt, Extremismus und Kriminalität ab. Für einen Teil der Jugendlichen führt der Weg damit in die Jugendhaftanstalten. Hier können Intoleranz und Misstrauen oft nicht adäquat abgebaut werden. Die Chancen, das eigene kreative Potenzial zu erleben und zu entwickeln, dabei andere in ihrer Andersartigkeit kennen zu lernen und dies als Bereicherung zu empfinden, sind eingeschränkt.
Allerdings sind die Jugendlichen zugänglich für eine pädagogische Arbeit, die an ihre jugendkulturellen Erfahrungen anknüpft.
Die EastWestSideStory wendete sich an jugendliche Haftinsassen unterschiedlichen soziokulturellen Hintergrunds. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, sich mit eigenen und fremden Gewalterfahrungen sowie Rollenbildern und Vorurteilen auseinanderzusetzen. Die Aufarbeitung der Problematik geschah mit künstlerisch-darstellenden Mitteln und bediente sich einer Präsentationsform, die bei den Zielgruppen auf Akzeptanz stößt: dem Musik-Theater. |