Das Theaterstück EastWestSideStory

Die EastWestSideStory erzählt in drei Akten tragische Liebesgeschichten von „Narren des Glücks“. Durch die Metamorphose von Gefühlszuständen (aus Angst wird Wut und Wut wird zu Trauer) heutiger, strafffälliger Romeos zeigt die EastWestSideStory einen möglichen Weg in eine friedlichere Zukunft. 15 jugendliche Strafgefangene erzählen uns darin die Geschichte ihrer eigenen Version von „Romeo und Julia“ nach William Shakespeare.

Das Stück beginnt mit einer Pressekonferenz des Innensenators anlässlich eines Bandenkrieges. Zwei junge Männer (Tybalt und Mercutio) aus unterschiedlichen Banden sind bei einer Straßenschlacht ermordet worden. Kurze Zeit später begeht ein junges Pärchen (Romeo und Julia) gemeinsam Selbstmord.
Während der Pressekonferenz treffen die verfeindeten Familien Montague und Capulet aufeinander und werfen sich gegenseitig die Schuld an dem Tod ihrer Kinder vor.

In einem Abschiedsbrief erzählen Romeo und Julia, dass sie sich auf Grund der Familienfehde nicht lieben durften und deshalb den Freitod wählten.

Die Jugendlichen wechseln innerhalb des Stückes zwischen der Realitätsebene und der fiktiven Geschichte. Sie bestimmen aus der Realitätsebene stets einen neuen Romeo-Akteur und eine neue Julia-Akteurin. Die Geschichte wird nach der Pressekonferenz in der Rückblende erzählt. Das Spiel EastWestSideStory beginnt:
Nach einer Schlägerei zwischen einer Gruppe aus „Ossis“ und „Wessis“ erwartet Benvolio Hilfe von seinem Cousin Romeo. Romeo ist frisch verliebt und möchte aus dem „Gang"-Leben aussteigen.
In der nächsten Szene findet ein Gespräch zwischen Herrn Capulet und Dave statt. Dave hat bei seinem Onkel ein gutes Wort wegen der Wahl des Parteivorstandes für Herrn Capulet eingelegt. Im Gegenzug hat Herr Capulet Dave die Hand seiner Tochter Julia versprochen. Frau Capulet versucht daraufhin, ihrer Tochter Julia klar zu machen, dass sie sich auf dem EastSide-Faschingsfest besonders um Dave kümmern soll. Julia hat dazu keine Lust.

Auf dem EastSide-Faschingsfest des Hauses Capulet unterhalten sich der Senator und Herr Capulet über Politik und vergangene Liebschaften.
Tybalt, Capulets Neffe, glaubt auf dem Fest die Montague-Clique zu erkennen. Tybalt bekommt von Dave den Auftrag, Julia zu holen und auf sie aufzupassen.
Am Ende des ersten Aktes entdecken die Capulets die Montagues auf dem EastSide-Faschingsfest und Romeo und Julia entdecken ihre Liebe zueinander.

Im folgenden Akt gestehen sich Romeo und Julia ihre Liebe und beschließen zu heiraten – im Glauben daran, dass ihre Liebe stärker ist als der gegenseitige Hass ihrer Familien. Romeo überredet den Geistlichen Lorenzo, Julia und ihn zu trauen; dieser willigt ein, in der Hoffnung, die Fehde zwischen den Familien zu beenden.

Nach dem EastSide-Fasching ist die Stimmung zwischen der WestSide-Gang von Romeo und der EastSide-Clique von Tybalt aufgeheizt. Es kommt zu einer Massenprügelei, in der Tybalt und Mercutio sterben. Tybalt bringt Mercutio um, da dieser an Stelle von Romeo in den Kampf einsteigt. Daraufhin tötet Romeo Tybalt. Romeo flieht und sucht Rat bei Lorenzo. Lorenzo berichtet Romeo, dass sich die Richter in seinem Fall für Notwehr entschieden haben. Ihm droht allerdings auf Grund seiner vorangegangenen Straftaten die Ausweisung. Er bricht fluchtartig zu Julia auf.

Die beiden bringen sich um.