Die Jugendlichen mussten lernen, dass sie sich zeigen dürfen. Daher musste der Raum von Anfang an als geschützt festgelegt werden. |
Anforderungen an die Trainer/-innen
Die Trainer/-innen hatten im Rahmen des Projektes eine große Verantwortung den Jugendlichen gegenüber. Ihre Aufgabe war es, nicht nur eigene und gemeinsame Ideen zur Dramaturgie zu realisieren, sondern auch einen Raum zu schaffen, in dem eine für das Schauspiel notwendige Selbstoffenbarung möglich war.
Dies war keinesfalls selbstverständlich. Die meisten Jugendlichen hatten keine Erfahrungen mit dem Rollenspiel oder sachlichem Feedback. Alle Regeln, die dazu wichtig und notwendig sind, mussten gelernt und erprobt werden. Auch für die Trainer/-innen war es eine große Herausforderung, mit den auftretenden Störungen und Einwänden der Jugendlichen umzugehen.
Die Jugendlichen mussten lernen, sich gegenseitig zuzuschauen, ohne sich gegenseitig abzuwerten. Außerdem galt es, die verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründe zu verstehen, um sie integrieren zu können. Die Bedingungen für einen solch respektvollen Umgang wurden zum einen ausgehandelt, aber auch durch die Trainer/-innen festgelegt. Innerhalb der Grenzen gab es eine große Freiheit für individuelle Ausdrucksmöglichkeiten. Es musste jedoch auch ein klarer Rahmen abgesteckt werden, in dem die Jugendlichen die Trainer/-innen als Beziehungspersonen, aber auch als Autoritäten akzeptierten. Das soziale Training hatte Vorrang vor dem künstlerischen Prozess. Der Schwerpunkt lag auf dem Sozialverhalten und der Entwicklung in der Gruppe. Ziel war es, keinen Konkurrenzkampf zwischen den Einzelnen entstehen zu lassen. Die Akzeptanz dieser Regel war eine Teilnahmevoraussetzung.
Auf solch schmalen Wegen gelangte man zur Motivation der Jugendlichen: Ihnen ihre Fähigkeiten und ihre Grenzen zu zeigen - nicht alle hielten das bis zum Schluss aus.
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